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Mit achtzehn Jahren hatte der
aus der philippinischen Oberschicht stammende Nicanor Perlas (*1950) ein Erlebnis,
das ihn bis heute prägt. Ein Aufwacherlebnis. Indem sein bewusster Blick in die
Tiefen und Schattenseiten der Gesellschaft seines Landes drang, ihre Nöte und
Ungerechtigkeiten wahrnahm, spürte er deutlich den inneren Ruf, sein Leben der
Verbesserung und Entwicklung dieser Welt zu widmen. So deutlich, dass er bereit war,
sein Leben für diese Ziele einzusetzen – in einer Zeit, in der das Kriegsrecht
soeben über das Land verhängt worden war.
Seinem Leben war durch diesen bewussten Entschluss eine neue Richtung gegeben.
Erfolgreich kämpfte er nun für den Ausstieg aus der ohnehin korrupten
Atomenergie-Politik - wofür er ins Exil gehen musste - und das Verbot von 35
gefährlichen Pestiziden auf den Philippinen.
Aktiv unterstützte er den Sturz von Diktator Ferdinand Marcos 1986
und erzwang mit den Rücktritt von Präsident Estrada (2001).
In dieser direkten Auseinandersetzung mit schwergewichtigen Gegnern aus den
Reihen der Globalisierungseliten und der Politik erscheint der kleine,
energievolle und herzliche Mann nur zu oft als David im Ringen mit Goliath.
Doch Perlas gilt als führender Umweltaktivist seines Landes und wurde zur
Schlüsselfigur des Kampfes gegen eine ungebremste, einseitig ökonomische
Globalisierung. In diesem Zusammenhang begründete er ein Bankensystem (Lifebank),
dass Kleinbauern das Überleben sichern soll und setzt sich für eine weitreichende
und zukunftsweisende soziale Neugestaltung ein.
Aus diesen Impulsen heraus ist Nicanor Perlas zur Zeit in
die Begründung eines Schulungszentrums für zivilgesellschaftliche
Aktivisten auf den Philippinen involviert. Denn bei allem Widerstand,
den er täglich standhaft den Gegenkräften entgegensetzt, bleibt sein
Blick doch stets gestaltend in die Zukunft gerichtet und er unterstützt
in diesem Sinne zivilgesellschaftliche Initiativen in der ganzen Welt ebenso,
wie er sich der WTO entgegenstellt.
2003 erhielt er den Alternativen Nobelpreis für das Gesamtbild seines ausserordentlichen Engagements.
Publikationen: "Die Globalisierung gestalten", Info3-Verlag
Nicanor Perlas vermag die Erfahrungen aus seinen verschiedenartigen Tätigkeitsfeldern in eine Ausbildungssituation hervorragend einzubringen. Er ist in der Lage, in oft ausweglos erscheinenden Situationen, sowohl anwendungspraktische als auch visionäre Lösungsansätze anzuregen und durchzuführen.
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